recycling: Korb weben

cheers ,

kennste das, wenn dir abends im Bett plötzlich die mega Idee kommt, die sich so tief in deinem Kopf verankert, dass dich nichts mehr davon abhalten kann? (Ok - außer das kuschelige Bett vielleicht)

Das war quasi die Entstehungsgeschichte des heutigen Recycling-Projekts. Es hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen.
Deshalb bin ich beim Grübelmarathon angetreten - und habe das Ziel erreicht.
 

Es geht hier um diesen ultra schicken Korb, den ich aus alter hässlicher Bettwäsche gewebt habe!
Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt - im Endeffekt war es nämlich ein Heidenspaß. Und aus diesem Korb esse ich bestimmt liebend gern ''One Apple A Day'' ;)

Damit ihr euch alle diese zeitraubende Grübelei schenken könnt, habe ich einen Lesemarathon mit deutlich kürzerer Strecke und mehr Blümchen am Wegrand organisiert ;)

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!


Was du benötigst:


- alte Bettwäsche 
(du kannst eigentlich auch jeden anderen Stoff nehmen - aber da Bettwäsche so schön groß ist, man viel schneiden muss & ich faul bin, hat das ganz gut gepasst)
- eine gute Stoffschere
 - einen Eimer 
 (oder anderer Behälter - jenachdem was du für eine Form haben willst)
- mindestens 5 Stunden Zeit
- Ruhe, Feingefühl, starke Nerven


Ok - wie wird das hier überhaupt angestellt? Wie soll aus einem riesigen Stück Bettwäsche mal ein gewebter Korb entstehen? Und was hat der Eimer damit zu tun?

Kurzer Überblick:
Wir machen uns aus unserer Bettwäsche ein langes, durchgehendes Garn.
Mag nach viel Arbeit  klingen - aber ich habe meiner Meinung nach die perfekte Methode gefunden, um das möglichst schnell und easy hinzubekommen.
Danach weben wir fröhlich um den Eimer herum & erhalten den wohl schönsten Korb, den es jemals gab!
 
 Langer Überblick:
Als erstes musst du dein Garn zubereiten. (Ich habe für meinen Korb ca. die Hälfte des Bezugs benötigt.)
Da du gleich die Naht des Bettbezugs durchschneidest, solltest du diese zur besseren Fixierung vorher noch 2 Mal mit der Maschine nachnähen - sonst würde dein Garn in viele Einzelteile zerfallen!

1. Wenn du das gemacht hast, kannst du den Bezug FAST in der Mitte falten, so dass die beiden langen Seiten FAST aufeinander liegen...

2. .. denn die eine Seite muss oben ca. 3 cm länger sein, sonst geht der Plan nicht auf!

3. Dann schneidest du die Knopfleiste ab...

4. und schneidest den Bezug anschließend in 2-3cm breite Streifen. Schneide nur bis zur ersten Kante - das was übersteht, schneidest du nicht durch.
 
 5. Wenn du fertig bist, sollte das ca. so aussehen. Die einzelnen Streifen werden nur noch durch das Stück zusammengehalten, welches wir nicht durchgeschnitten haben

6. Das ändern wir jetzt. Lege den Stoff am Besten über deine Hand und schneide dann SCHRÄG - sonst würdest du doch 485 Teile erhalten. Du legst die Schere also unten an und schneidest es dann nicht nach oben hin durch, sondern nach oben links (oder rechts- je nachdem wie du es hälst).  Schau dir mal das 6. Bild ganz genau an - da kannst du gut sehen, was ich meine. (Die rote Linie zeigt, wie du NICHT schneiden sollst!)

7. Wenn du das gemacht hast, hast du nämlich einen langen Stofffaden...

8. den du jetzt aufwickeln kannst. Sehr spaßige Angelegenheit ist das!

Die erste Hürde ist überwunden - kommen wir jetzt zu den Kettfäden. Ohne die wird das Weben nämlich ziemlich schwierig. ;)

Dafür nimmst du dir einfach den Rest von der Bettwäsche, lässt ihn genauso liegen & schneidest nochmal 8 Streifen ab. Diese aber diesmal bis oben durch schneiden und dann halbieren, so dass du 16 hast.

9. Wenn du deine Kettfäden hast, bringst du 8 davon in eine Sternform. (Die restlichen brauchst du später noch!)

10. Nimm dann den Streifen, der ganz unten liegt, und knote damit einmal alle zusammen.

11. Dann kannst du auch schon anfangen zu weben. (Ich gehe davon aus, dass es nicht notwendig ist zu erklären wie gewebt wird ;)
ALLERDINGS musst du mit einem Faden vom Stern anfangen - denn du hast ja jetzt quasi 16 Fäden - und mit einer geraden Anzahl von Kettfäden geht das DRÜBER-DRUNTER-DRÜBER-DRUNTER-Prinzip des Webens nicht auf!
Nähe oder knote dein Knäul also an einen der Kettfäden und fange an, damit zu weben.
(Mir fällt gerade ein, dass du auch einfach 7 Kettfäden in eine Sternform bringen kannst und den 8. sofort durch dein Garn ersetzen kannst!)

12. Wenn du die Größe des Eimerbodens erreicht hast, ist es an der Zeit die restlichen Kettfäden unterzubringen. Das ist sehr sinnvoll, weil dein Korb dadurch viel stabiler wird!
Nimm dir einfach einen Faden und ziehe ihn durch irgendeine der äußeren Maschen. Ziehe ihn bis zur Häflte durch - so hast du an dieser Stelle 2 neue Kettfäden.
Mach das mit den restlichen Fäden ebenfalls in regelmäßigen Abständen.
Das Gerüst jetzt auf den Eimerboden legen - die Kettfäden hängen an der Seite runter & dadurch legt es sich so gut wie von allein um den Eimer rum. Du musst gar nichts Großartiges machen.
Das ist viel einfacher als der Anfang - der große Spaß beginnt also spätestens jetzt!

13. Wenn du meinst,dass der Korb groß genug ist, kannst du den Eimer rausziehen & die Kettfäden ringsherum mit einem Doppelknoten verknoten.

14. Danach scheint es so, als hätte jemand sehr geschmackloses deinem Korb ne noch geschmacklosere Frisur verpasst

15. Deshalb nimmst du dir jetzt die Kettfäden und steckst sie innen durch das Gewebte. Es reicht, wenn du einen Faden durch zwei Maschen ziehst.

16.Schneide dann innen noch alles ab, was da so absteht und dich stört.

UND DANN BIST DU ENDLICH FERTIG!




GUTE TIPPS AM RANDE:

-Es ist überhaupt nicht notwendig super eng zu weben - mach das ruhig erstmal locker und zieh dann nach einigen Runden alles fest. Das ist viel einfacher!
 Dafür ist eine Haarnadel oder Wäscheklammer sehr hilfreich, denn damit kannst du den Schussfaden (also dein Garn) befestigen während du alles schön festziehst

- Wenn deine Kettfäden viel länger sind als der Eimer, solltest du sie kürzer schneiden. Das ist sehr viel angenehmer - du wirst schon herausfinden warum ;) 

- Oben hatte ich ja bereits angemerkt, dass du eigentlich jeden Stoff benutzen kannst. Allerdings musst du beachten, dass meine Art der Garnherstellung nur funktioniert, wenn du etwas benutzt, dass quasi eine Schlauchform hat. (Wie halt Bettwäsche, T-Shirts etc.)
Wenn du ein Stück Stoff benutzen willst, nähe es an 2 sich gegenüberliegenden Seiten zusammen - dann hast du deine Schlauchform. 

# # # # # # # 


Ich wiederhole mich ja nur ungern aber....

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!




1 Botschaften:

  1. Voll schön! Bin grad auch im Webfieber - nach T-Shirt-Streiefn nehme ich mir grad nen Fahrradschlauch vor...
    Liebe Grüße
    Christiane

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zjoux

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